„Sie war für alle ein fester Ankerpunkt“

Hospiz Vilsbiburg verabschiedet langjährige Leiterin Erika Bäumel in den Ruhestand

Das Hospiz Vilsbiburg hat am Dienstag die Hospizleiterin Erika Bäumel feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Gäste, darunter auch Vertreter der Ärzteschaft, der Pflege und des Personalrats der LAKUMED Kliniken, Förderer des Hospizes sowie Hospizmitarbeiter und Ehrenamtliche ließen es sich nicht nehmen, der langjährigen Leiterin alles Gute zu wünschen.

„Wir haben mit Ihnen als Hospizleitung die beste Wahl getroffen! Sie haben der Einrichtung ein Gesicht gegeben“, erklärte Prof. Dr. Martin Anetseder, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Landshut-Achdorf. Dr. Raimund Busley, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Vilsbiburg und 2. Vorsitzender des Fördervereins für das Hospiz Vilsbiburg e.V., fügte anerkennend hinzu: „Ihre Menschenfreundlichkeit verdient volle Bewunderung. Welch segensreiche Oase haben Sie hier im Hospiz mit Ihrem engagierten Team zum Erblühen erbracht!“ Auch Petra Freiberg, Vorsitzende des Fördervereins für das Hospiz Vilsbiburg e. V., Jerry Valentin, 2. Vorsitzender des Hospizvereins Vilsbiburg e.V., Günter Murr, 1. Vorsitzender des Personalrats, und René Marx, Pflegedirektor der LAKUMED Kliniken, schlossen sich den Glückwünschen an. Die Nachfolge von Bäumel wird nun Sabrina Ecker übernehmen, die bereits seit Oktober 2022 als stellvertretende Leitung im Hospiz Vilsbiburg tätig ist.

Erika Bäumel bedankte sich bei ihrem stets motivierten Team, mit dem sie einen Tag zuvor eine interne Verabschiedung feierte. Zu diesem Anlass organisierten die Mitarbeiter eine Schnitzeljagd zu bestimmten Orten in Vilsbiburg, an denen Bäumel wirkte, und zu Menschen, mit denen sie die vergangenen zehn Jahre beruflich eng verbunden war. „Ich wollte nirgendwo anders arbeiten, denn nur hier hat es für mich Sinn gemacht“, sagte Bäumel. „Stolz bin ich darauf, dass sich alle Angehörigen und Nahestehenden auch während der schwierigen Corona-Zeit von den Bewohnern verabschieden durften. Das war mir stets wichtig.“

Das Hospiz Vilsbiburg steht Menschen offen, die an einer schweren Erkrankung leiden, bei der eine Heilung ausgeschlossen sowie eine palliative Versorgung notwendig ist und die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Tagen, Wochen oder wenigen Monaten haben. Sich mit dem Thema Tod „ohne Scheu“, wie Bäumel selbst sagt, auseinanderzusetzen, war für sie nie ein Problem. Im Gegenteil: „Das Leben hört nicht auf, nur weil man eine schwere Krankheit hat. Man lebt mit schönen und mit traurigen Momenten zugleich. Das gehört zum Leben“, so ihre Einstellung. Die geborene Münchnerin, die eine Ausbildung zum Pflegemanagement absolvierte, war seit der Hospizgründung und Einführung des Qualitätsmanagements im Jahr 2012 dabei. Damals galt es noch als erste Einrichtung dieser Art in ganz Niederbayern. „Der organisatorische Teil war eine der größten Herausforderungen. Aber es ist immer Pionierarbeit, wenn etwas Neues entsteht“, erzählte Bäumel, die 2014 die Hospizleitung übernahm, rückblickend. Neben der Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase ist es Erika Bäumel ein großes Anliegen, die Themen Hospizarbeit, Tod und Sterben auch in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Aber auch Wertschätzung anderen Menschen gegenüber offen zu zeigen, sei für sie von großer Bedeutung. Der wichtigste Mensch ist der, der dir gerade gegenübersteht – so lässt sich das Motto oder Leitbild von Erika Bäumel zusammenfassen. „Und sie konnte dieses Gefühl ihrem Gesprächspartner auf einzigartige Weise vermitteln. Sie hatte immer ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter, aber auch für die Bewohner und Angehörigen“, so die Nachfolgerin Sabrina Ecker. Ebenso Wert legte sie bei der Aufnahme von neuen Bewohnern darauf, sie gleich an der Tür herzlich zu begrüßen und auf diese Weise erstes Vertrauen aufzubauen. Genauso anwesend war Bäumel beim Abschied der Verstorbenen. „So wurde sie für die Bewohner und die Angehörigen zum festen Ankerpunkt.“

Erika Bäumel, die bei Landshut lebt und sich auf viel Zeit mit ihren drei Enkelkindern freut, will sich weiterhin der Hospizarbeit widmen und im Hospizverein sowie im Förderverein mitwirken. Der Hospizverein kümmert sich um die Begleitung von Menschen innerhalb und außerhalb des Hospizes, die einer palliativen Begleitung bedürfen, sowie deren Angehörige. Der Hospiz-Förderverein kommt für die Kosten der Hospizversorgung auf, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden und die durch Spenden refinanziert werden müssen.

Die neue Hospizleitung Sabrina Ecker, die in Bonbruck, Gemeinde Bodenkirchen, wohnt, absolvierte ein vierjähriges Pflegestudium „Bachelor of Nursing“ in Berlin, wo sie später im Rahmen eines mehrwöchigen Einsatzes im Hospiz des Johannesstifts in Berlin-Spandau zu ihrem „Traumberuf“ fand. Zuletzt übernahm die bald 35-Jährige im Jahr 2019 die Leitung und den Aufbau der Akutgeriatrie in Trostberg, bevor sie im Oktober 2022 zum Hospiz Vilsbiburg wechselte. „Ich konnte in diesem dreiviertel Jahr in meine neuen Aufgaben hineinwachsen und fühle mich nun endlich angekommen.“ Dr. Busley begrüßte Sabrina Ecker als neue Leitung sehr herzlich und wünschte ihr für all ihre zukünftigen Aufgaben eine „glückliche Hand“.

Bildunterschrift:
Erika Bäumel (Mitte) feierte im Hospiz Vilsbiburg ihre Verabschiedung in den Ruhestand.
(v.l.n.r.: 2. Vorsitzender des Vilsbiburger Hospizvereins Jerry Valentin, (dahinter) Dr. Raimund Busley, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Vilsbiburg und 2. Vorsitzender des Fördervereins für das Hospiz Vilsbiburg e. V., Prof. Dr. Martin Anetseder, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Landshut-Achdorf, Mitte: scheidende Hospizleitung Erika Bäumel, Petra Freiberg, 1. Vorsitzende des Fördervereins für das Hospiz Vilsbiburg e. V., neue Hospizleitung Sabrina Ecker und René Marx, Pflegedirektor der LAKUMED Kliniken)
Bildquelle:
Sabine Polacek / LAKUMED Kliniken

 

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